„Stefan Wollschläger – Friesengier 14“

Rezension:

Ein angesehener Journalist wird tot aufgefunden – im Mund eine teure Luxusuhr, der Tatort nahezu klinisch gesäubert. Was auf den ersten Blick wie ein bizarrer Einzelfall wirkt, entpuppt sich bald als Teil eines perfiden Spiels um Macht, Eitelkeit und eine Wahrheit, die offenbar vertuscht werden sollte. Dirks und ihr Team stoßen dabei auf ein Netz aus Intrigen, beruflichem Neid und einer verstörenden Vergangenheit.

Wollschlägers Sprache ist schnörkellos, fast lakonisch – typisch norddeutsch. Er schafft es, mit wenigen Worten dichte Bilder zu zeichnen: vom stürmischen Emder Hafen bis zur stillen Einsamkeit eines Ermittlers im Zwielicht seiner Entscheidungen.

Der Spannungsbogen zieht sich kontinuierlich durch die Kapitel, ohne effektheischend zu wirken. Gerade das ruhigere Tempo in der ersten Hälfte lässt Raum für intensive Charakterzeichnungen.

Diederike Dirks überzeugt erneut als reflektierte, zupackende Ermittlerin, die mit eigenen Zweifeln ebenso ringt wie mit verschlossenen Zeugen. Ihr Team bleibt angenehm bodenständig – besonders die Dialoge mit Kollegen und Verdächtigen wirken glaubwürdig und manchmal herrlich trocken. Die Figur des Opfers wird rückblickend entblättert, was dem Fall emotionale Tiefe verleiht.

„Friesengier“ ist ein leiser, kluger Krimi mit Tiefe – kein reißerischer Thriller, sondern ein atmosphärisch dichter Fall, der mich beim Lesen Schritt für Schritt in menschliche Abgründe blicken ließ.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Facebook / Instagram / Amazon

Genre: Krimi

Seitenzahl Paperback: 280

Seitenzahl E-Book: 283

Veröffentlichung: 16. Juni 2025

Paperback ISBN-13: 979-8285268734

E-Book ISBN-13:

Erhältlich: E-Book & Taschenbuch

Gelesen von B.Z.

Unbezahlte Werbung