„Marina Trost – Matilda spielt es nicht noch mal“

Diese Geschichte beginnt mit einem radikalen Schnitt: An einer spanischen Tankstelle lässt Matilda nach dreißig Jahren Ehe ihren Mann zurück und fährt allein nach Hause. Was wie eine impulsive Flucht wirkt, entfaltet sich schnell als vielschichtige Reise zu sich selbst.

Die Handlung lebt weniger von äußeren Ereignissen als von inneren Bewegungen. Während Hannes in Spanien zurückbleibt und seinen Urlaub allein fortsetzt, taucht Matilda in ihre Vergangenheit ein. Alte Postkarten werden zum Auslöser einer intensiven Selbstbefragung und führen sie zurück zu einer längst vergessenen Begegnung an der deutsch-deutschen Grenze.

Diese Spurensuche entwickelt sich zu einer emotionalen und zugleich reflektierten Auseinandersetzung mit verpassten Chancen, unterdrückten Bedürfnissen und der Frage, wer sie eigentlich hätte sein können.

Besonders überzeugend ist die leise, realistische Darstellung einer Frau, die sich spät im Leben neu orientieren muss. Der Roman stellt keine einfachen Antworten bereit, sondern zeigt die Ambivalenz von Beziehungen: Nähe und Distanz, Schuld und Verständnis, Rückzug und Versöhnung. Auch Hannes wird nicht eindimensional gezeichnet, sondern als jemand, der trotz Verletzung um die gemeinsame Zukunft kämpft.

Die Themen Selbstfindung, Reue und zweite Chancen werden einfühlsam behandelt, ohne in Kitsch abzurutschen. Unterstützende Figuren wie Matildas Freundin oder ihr Hund geben der Geschichte Wärme und Bodenhaftung, ohne vom Kern abzulenken.

Insgesamt ist dies ein stiller, nachdenklicher Roman über das Älterwerden, das Hinterfragen eigener Lebensentscheidungen und den Mut, sich auch spät noch zu verändern. Es war für mich eine berührende Geschichte.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Genre: Roman

Seitenzahl Paperback: 231

Seitenzahl E-Book: 221

Veröffentlichung: 5. Mai 2026

Paperback ISBN: 9783695729395

E-Book ISBN:

Erhältlich: E-Book & Taschenbuch

Gelesen von B.Z.

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