Karl Plepelits „Die Liebe, das Verhängnis und der Tod“

– Eine schauerliche Geschichte? Wieso denn schauerlich?

– Weil sie so was wie eine Allegorie auf die Tragik des menschlichen Lebens ist.

– Aber geh! Schauerlich nennst du das menschliche Leben?

– Ist es doch. Jedenfalls verdammt häufig. Schauerlich und tragisch. Schau, immer will der Mensch sein Bestes – und was passiert? Viel zu oft macht er sich eben dadurch schuldig. Siehe König Ödipus. Und sowieso ist der Mensch halt leider manchmal eine Bestie.

– Und so was soll ich lesen? Du, da werd ich ja gemütskrank.

– Oh, im Gegenteil. Denk an Aristoteles‘ berühmte Definition von Tragödie: Sie ruft Jammer und Schaudern hervor – und bewirkt dadurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen.

– Soll das heißen, man fühlt sich danach froh und glücklich?

– Ganz genau. Froh und glücklich. Oder zumindest irgendwie erleichtert. Und kann den Tag genießen, so wie es Horaz dir rät: Carpe diem. Genieße den Tag.

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