Interview: Bärbels Buchempfehlung mit dem City-Magazin

Späte Liebe.

Inmitten ihrer Schätze: Bärbel und Andreas Zimmer. Fotos: Martina Zingler, Shutterstock

„Ich habe Bücher immer gehasst!“ Solange sie denken kann, hat Bärbel Zimmer kaum je ein Buch angerührt. „Geschenkte Bücher sind bei mir alle an Altersschwäche gestorben“, schmunzelt sie. Heute liest sie jeden Tag, meistens sogar zwei oder drei Bücher gleichzeitig – und schreibt über ihre Leseerfahrungen. Zusammen mit ihrem Mann Andreas betreibt sie den Literaturblog „Bärbels Buchempfehlung“.

Die Wende brachte ein Roman von Camilla Läckberg, den ihr eine Freundin 2015 zusammen mit einem Kindle eBook überreichte. Der Krimi packte die Gifhornerin sofort. Aus der Abneigung wurde eine Leidenschaft.

Jeder hat seine Lieblingsautoren

Das Haus der Familie Zimmer liegt ruhig und idyllisch am Waldrand. Ein Mops begrüßt Besucher mit aufgeregtem Gebell. Im gemütlichen Inneren des Hauses macht er es sich auf dem Teppich bequem, hin und wieder kommentiert ein Graupapagei das Gespräch.

In der guten Stube stehen einladende Sofas, daneben zwei bequeme Lesesessel, einander gegenüber platziert. Hier sitzen Bärbel und Andreas Zimmer und lesen gemeinsam – aber nie dasselbe Buch. „Jeder hat sein Thema“, sagt Andreas Zimmer. Sie bewältigt aber das größere Pensum: Fantasy-Romane, Krimis, Thriller – kein Genre wird ausgelassen. „Ich liebe es, Kinderbücher zu rezensieren“, sagt sie. In diesem Jahr haben sie zusammen schon 150 Bücher gelesen. 

Blog für Bücherfreunde

Ihre Begeisterung für die gelesenen Bücher wollte Bärbel Zimmer bald mit anderen teilen, anfänglich über eine Facebook-Gruppe. Schnell war auch die Idee zu einem Literaturblog geboren. Dieser wird von Ehemann Andreas gepflegt – er erstellt neue Autoren-Biografien, setzt Buchvorstellungen und Rezensionen ein, behält die Zugriffszahlen und Anmeldungen für den Newsletter im Blick. „Jeden Tag kommt eine News in den Blog“, berichtet er. Um die Leser bei der Stange zu halten.

Inzwischen schreiben Autoren und Verlage die Zimmers an und bitten sie um Rezension ihrer Bücher. Oft erhalten die beiden Gifhorner dann signierte Exemplare und liebevoll zusammengestelltes Begleitmaterial. Bärbel Zimmer findet für all diese Kostbarkeiten einen Platz in ihrem Bücherzimmer. 

„Wir geben kein Buch weg.“

BÄRBEL ZIMMER


Ein Blick in dieses eigens für die Bücher eingerichtete Zimmer verrät, wie wertvoll die gedruckten Schätze für das Paar sind. „Wenn mir die Autoren ein Buch schicken, fühle ich mich verpflichtet, etwas darüber zu schreiben“, sagt Bärbel Zimmer. Den Autoren nennen sie einen Zeitrahmen, in dem sie mit einer Rezension rechnen können. „Bis Ende November sind wir schon verplant“, sagt Andreas Zimmer. Die noch zu lesenden Bücher werden im Wohnzimmer zwischengelagert, das eigentlich buchfrei bleiben sollte.

Bärbel und Andreas Zimmer wollen mit ihrem Blog nicht nur zum Lesen anregen, sondern auch die Autoren unterstützen. Ihr Blog ist nicht kommerziell. Gewinnspiele findet man hier nicht, nur viele nützliche Informationen, wie zum Beispiel wo Lesungen „ihrer“ Autoren stattfinden.

Und Spaß macht die Aufgabe, die sie sich gestellt haben, natürlich auch: „Wenn ich die Rezensionen nicht machen müsste, hätte ich sicherlich nicht so viele tolle Bücher gelesen“, ist sich Bärbel Zimmer sicher. Für Ende November ist ein Besuch der Messe BUCHBERLIN geplant. Neues Material sondieren. (MZ)

Eigenwerbung

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