
Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?
Vor gut 20 Jahren habe ich einfach aus einer Laune heraus eine Mystery-Geschichte geschrieben. Dummerweise gab es einen Festplattencrash und die Geschichte war verloren. Als ein Freund meiner Frau, der selbst Hobbyautor ist, davon erfuhr, fragte er mich, warum ich sie nicht einfach noch einmal schreibe. Das war vor elf. Jahren. Ich dachte mir: warum eigentlich nicht?
Ich fing an zu schreiben und nach sechs, sieben Jahren war dieser Roman fertig. Doch was soll die Geschichte, wenn sie niemand liest? Schließlich hat mich meine Frau dazu gebracht, nach
Einen Verlag zu suchen. Ich werde den Tag nicht vergessen, als der Verleger zu mir sagte: ich will dein Buch.
Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?
Das offizielle Erscheinungsdatum ist ja erst am 15.6., daher kann ich im Moment nur auf das Feedback meiner Testleser und der Zuhörer der Lesungen, die ich bisher gemacht habe
zurückgreifen. Wenn man dann von einem Testleser gesagt bekommt: „Ich konnte es gar nicht mehr weglegen“, oder einer der Zuhörer nach der Lesung sagt: „Ich hatte richtig Kopfkino“,
macht sich schon etwas Stolz in einem breit. Von den Zuhörern sind schon eine Reihe Vorbestellungen eingegangen. Ich freue mich schon riesig auf die Fed-Con in Bonn vom 30.5. bis 1.6., wo der Verlag „in Farbe und Bunt“ und ich erste Vorexemplare anbieten können und dann direktes Feedback von Lesern möglich
Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?
Es kommt beides vor, Inspiration und Spontanität. „Die Geisterschmiede“ ist ja ein historischer Kriminalroman. Neben Science-Fiction, speziell Star Trek, habe ich eine Leidenschaft für Krimis und Geschichte. Wobei sich die Krimis mehr auf Filme, als auf Romane beziehen. Insbesondere die Englischen haben es mir angetan. Allen voran die Fälle von Miss Marple, Hercule Poirot und natürlich Sherlock Holmes. Meine Idee war dann, einen Ermittler zu schaffen, der eben hier in Deutschland ähnliche Qualitäten aufweist, nur eben nicht im Hier und Jetzt, sondern zu einer Zeit, in der die Kriminalistik noch in den Kinderschuhen steckte. Da war schon eine Menge Recherche notwendig.
Es kommt aber auch vor, dass irgendein Ereignis in mir spontan die Idee zu einer Kurzgeschichte hervorruft, die ich dann bei nächster Gelegenheit niederschreibe.
Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?
Nicht wirklich. Mal sitze ich im Arbeitszimmer, mal mit dem Laptop im Wohnzimmer. Einer der schönsten Orte war allerdings im Garten einer Freundin. Sie hat ein Haus am Rand eines Dorfes bei Dresden.
Gleich neben der Terrasse fließt ein Bach und am gegenüberliegenden Ufer liegt eine Wiese. Die ganze Location hat Ähnlichkeit mit dem Lager der Geisterschmiede. An diesem Ort habe ich innerhalb von zwei Stunden 4 Kapitel geschrieben.
Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du schreibst und lesen sie deine Bücher?
Ich habe das große Glück, dass meine Familie und auch alle die, die ich meine Freunde nennen kann, voll hinter mir stehen. Auch die, denen Lesen nichts gibt, finden gut, dass ich schreibe. Viele waren positiv überrascht, als ich ihnen davon berichtet hatte. Aber keiner hat versucht, mir das auszureden.
Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter deinem Buch das Wort ENDE schreibst?
Kommissar von Stranski ist mir beim Schreiben als Charakter sehr ans Herz gewachsen. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihm auch den einen oder anderen Charakterzug von mir mitgegeben habe. Tatsächlich ist es so, dass ich, während ich an der „Geisterschmiede“ schrieb, schon parallel an einer Fortsetzung arbeitete. Deswegen hatte das Wort Ende nicht so eine große Bedeutung. Denn wenn es nach mir geht, ist das Ende dieser Geschichte nur das Zuklappen einer abgeschlossenen Fallakte. Die Geschichte des Kommissars muss noch lange nicht zu Ende erzählt sein. Letztlich entscheiden aber die Leser, ob es weitergeht. Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn beim nächsten Fall hinter dem Wort ENDE ein Post Scriptum folgen kann, das“aber Kommissar von Stranski kehrt zurück in …“ lautet.
Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchem? Und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?
Ich arbeite als Systemtester im Qualitätsmanagement bei einem Hersteller für Brandmeldeanlagen. Ich fange um 6:00 Uhr morgens an und habe i.d.R. von montags bis donnerstags um 15:00 Uhr Feierabend und am Freitag um 12:00 Uhr. Ich habe noch eine ganze Reihe an anderen Hobbys, denen ich nachgehe. Ich schreibe nicht unter Druck, sondern nur, wenn mir danach ist oder ich gerade eine Idee habe, die ich unbedingt weiter verfolgen will. Ich habe nicht mehr lange bis zu meinem Ruhestand und mache mir da auch keinen Stress.
Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?
Ich möchte mich bei all den Lesern bedanken, die schon vorbestellt haben. Für alle, die neugierig geworden sind und mehr wissen möchten: Die nächste Lesung findet auf der Fed-Con, am 31.5. um 20:00 im Saal Haydn/ Maritim-Hotel, statt. Im September lese ich zusammen mit Vincent Voss und Tom Finn beim Alstergruseln auf Gut Wulksfelde bei Tangstedt, das genaue Datum wird noch bekannt gegeben. Und im Oktober werde ich auf der Book-Oldesloe in Bad Oldesloe zu sehen sein. Auch hier wird das genaue Datum noch bekannt gegeben.
Ich danke allen, die mich bis hierhin begleitet haben und danke auch dir, Bärbel, dass du mir hier eine Plattform geboten hast. Ich hoffe, euch auf einer der Veranstaltungen persönlich zu treffen und mit euch zu plaudern.
Vielen Dank für das interessante und offene Interview, Wolfgang, und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.
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