Autoreninterview mit: Stefanie Schreiber

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Ich hatte schon früh den Wunsch zu schreiben. Da es sich aber im Zweifel eine brotlose Kunst handelt, habe ich erstmal „was Vernünftiges“ gelernt und gearbeitet J. Ungefähr vor zehn Jahren habe ich mich dann nach einer Schreibausbildung umgeschaut und bin bei der Freien Journalistenschule Berlin gelandet. Ich wollte meine Schreiberei gerne auf professionelle Füße stellen. Durch das Studium, meine Kernkompetenz Betriebswirtschaft und mein Standbein Ferienhausvermietung für meine Altersvorsorge bin ich dann quasi auf Abwege geraten. Obwohl ich ursprünglich Krimis schreiben wollte, wurden es erst einmal sechs Wirtschaftsratgeber zum Vermögensaufbau mit Ferienimmobilien und ein Anekdotenbüchlein zu dem Thema. Der erste Ratgeber erschien 2014 in meinem eigens dafür gegründeten Verlag.

2017 habe ich dann beschlossen, endlich mit dem Krimischreiben zu beginnen. Ich buchte einen Workshop und kurz darauf war die Idee für meine Sankt-Peter-Ording-Krimireihe mit meinem schrulligen Hobbyermittler Torge Trulsen und der toughen Kommissarin Charlotte Wiesinger aus Hamburg geboren. Weitere Workshops und ein Romancoaching haben mein Knowhow vergrößert und meine Motivation gesteigert.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Ja, das ist natürlich ein großartiges Gefühl. Mittlerweile warten ja etliche Leser auf den jeweils neuen Band und verschlingen ihn dann in einem Tag. Ich bin immer sehr gespannt, wie der neue Fall ankommt und freue mich, wenn ich die Erwartungen meiner Leser erfülle.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Die grundsätzliche Inspiration meine Krimis am Schauplatz St. Peter-Ording spielen zu lassen, ist durch meine Verbundenheit zu dem Landstrich entstanden. Durch mein Ferienhaus bin ich dort seit zweiundzwanzig Jahren ständig unterwegs. Ich mag das platte Land und die Mentalität der Nordfriesen. Da ich so tief in dem Ferienhausthema stecke, wurde als Protagonist mein Hobbyermittler Torge Trulsen geboren, der Hausmeister meiner Ferienanlage Weiße Düne. Das ist übrigens der einzige fiktive Ort in meinen Romanen.

Das ist die Basis. Einfach drauflos schreiben halte ich bei einem Krimi für schwierig. Also nein, es gibt auf jeden Fall einen Plot, eine Übersicht der Figuren des Falles und einen groben Handlungsablauf. Ich plotte allerdings die Details immer nur für circa fünf Kapitel im Voraus, arbeite also nicht nach einem expliziten Szenenplan für das gesamte Buch.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Ja, den habe ich tatsächlich. Da ich die ersten beiden Romane komplett in meiner Freizeit geschrieben habe, also vor und nach der Arbeit meines Brotjobs, hat es sich etabliert, im Bett zu schreiben – als Abwechslung zum Sitzen am Schreibtisch. Obwohl ich jetzt vom Schreiben lebe, habe ich diese Gewohnheit beibehalten – jedenfalls überwiegend. Das Überarbeiten meiner Texte und alle sonstigen Arbeiten finden am Schreibtisch in meinem Büro statt.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Meine Familie ist wirklich stolz und freut sich über meinen großen Erfolg. Meine Mutter hat früher überhaupt keine ‚Mordgeschichten‘ gelesen und ist durch meine Kuschelkrimis ein echter Fan geworden. Das freut mich natürlich besonders. Einige meiner Freunde schreiben ebenfalls, das ergibt einen tollen Austausch. Die anderen, die nicht selbst schreiben, freuen sich mit mir und einige von ihnen lesen auch regelmäßig meine Bücher.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Genau genommen schreibe ich nie ENDE unter eine Geschichte, aber ich weiß, was du meinst. Da ich eine Reihe und dafür derzeit drei Romane pro Jahr schreibe, muss ich von meinen Hauptfiguren nie lange Abschied nehmen. Nach der finalen Überarbeitung und Abgabe eines Manuskripts geht es immer zeitnah mit der nächsten Geschichte weiter.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchen? Und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Bis einschließlich des letzten Jahres habe ich mehrgleisig gearbeitet, obwohl ich bereits mit dem Schreiben seit knapp zwei Jahren genug verdiene, um allein davon leben zu können. Da ich aber seit knapp dreißig Jahren selbständig im Bereich IT – mit meinem Partner – und solo in der Wirtschaftsberatung tätig bin, konnte und wollte ich das nicht alles auf die Schnelle beenden. Ich mache jetzt nur noch wenig nebenbei und kann mich voll auf das Schreiben konzentrieren.

Manchmal war es grenzwertig, das alles unter einen Hut zu bringen, selbst für eine Powerfrau wie mich. Aber das habe ich jetzt geschafft.

Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Ich freue mich jeden Tag über eure Begeisterung für meine Geschichten und bin dankbar, damit jetzt meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können!

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Stefanie und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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