Autoreninterview mit: Nicole Stranzl

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Das klingt sehr klischeehaft, aber ich habe tatsächlich immer schon geschrieben. Bereits in der Volksschule habe ich mir Geschichten über CIA-Agenten ausgedacht und sie zu Papier gebracht. Mein erstes Buch schrieb ich im Alter von 16 bzw. 17 Jahren. Damals war meine Intention nicht, ein Buch zu veröffentlichen. Mehr durch Zufall bin ich auf die Plattform Neobooks gestoßen, die vom Droemer Knaur Verlag initiiert wurde. Online reichte ich eine Leseprobe aus meinem ersten Thriller ein. Die anderen User konnten alle hochgeladenen Leseproben bewerten. Alle drei Monate bekamen die besten zehn Autoren die Chance, ihr Manuskript an den Verlag zu schicken. Ein Lektor besah sich die Werke. Entweder man erhielt ein Gutachten oder einen Vertrag. Ich war so glücklich, zur zweiteren Gruppe zu zählen. So erschien mein erster Thriller „Memorex“, als ich 19 war, im Knaur eRiginals Verlag.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Das kommt darauf an, ob die Meinungen positiv oder negativ sind. 😛
Nein, Scherz beiseite. Natürlich bin ich immer sehr aufgeregt und gespannt, wie die Bücher in der Leserschaft ankommen.
Positive Rückmeldungen bescheren mir ein Hochgefühl. Es ist unbeschreiblich wie sehr ich mich darüber freue, wenn meine Bücher den Lesern gefallen.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Das ist sehr unterschiedlich. Inspiration finde ich immer und überall. Egal, ob durch meine Arbeit („Gefangen – Grauen in St. Anna“ wurde beispielsweise durch meine Arbeit in der Pflegeagentur inspiriert; „Missing you, Baby!“ ist sowieso mein bisher persönlichstes Buch) oder aber auf Reisen. Oft sehe oder höre ich etwas und habe eine Idee zu einem Plot oder zu einer Figur, aus der sich dann eine Geschichte entwickelt. Manchmal inspiriert mich Musik, oder andere Filme und Bücher. Mir sind aber auch schon Ideen beim Laufen oder Staubsaugen gekommen.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Zuhause an meinem Schreibtisch.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Die meisten finden es cool, ich habe noch keine negativen Rückmeldungen erhalten. Mein Papa ist ein Lesemuffel, meine Schwestern und meine Mama lesen jedoch alle meine Bücher. Generell ist meine Familie eine sehr große Unterstützung, vor allem, was Lesungen angeht. Sie rühren auch immer kräftig die Werbetrommel für mich und meine Schwestern lesen meine Manuskripte meistens Korrektur.
In meinem Freundeskreis gibt es nicht so viele LeserInnen. Die Freundinnen, die jedoch gern lesen, sind ebenso sehr unterstützend. Vor allem eine ehemalige Studienkollegin hilft mir öfters mal aus, wenn es um Titelfindungen oder knackige Klappentext-Formulierungen geht. Ich bin allen, die mich unterstützen, sehr dankbar.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Das ist tatsächlich teilweise schwierig. Manche Protagonisten lasse ich aber nicht vollständig los, denn ich schreibe auch für mich sehr viel, was ich anschließend nicht veröffentliche. Diese „Szenen“ müssen einfach rausgeschrieben werden, weil sie in meinem Kopf sind. Teilweise kommt es also durchaus vor, dass Figuren aus meinen Büchern noch mal einen Auftritt bekommen und sie somit nicht ganz „weg“ sind.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin Regionalredakteurin bei der „Kleinen Zeitung“. Natürlich ist es neben einem Vollzeitjob manchmal sehr anstrengend, alles unter einen Hut zu bekommen. Vor allem, da ich ja schon in der Arbeit ständig schreibe, recherchiere und lese. Meine Bücher sind jedoch meine Leidenschaft, die ich nicht aufgeben möchte. Es gibt Phasen, da komme ich mehr zum Schreiben, dann wieder gar nicht. Vor allem der September war sehr stressig, weil ich fast jedes Wochenende eine Lesung hatte, die natürlich auch vor- und nachbereitet werden muss, zusätzlich die Social Media Accounts betreuen … langweilig wird mir nicht, aber ich habe es mir ja so ausgesucht.

Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Bitte schreibt Rezis. Nicht nur, weil wir Autoren uns unheimlich freuen, wenn wir eure Meinung zu unseren Werken erfahren. Ein wichtiger Punkt ist, dass mit jeder Rezi, die ihr verfasst, unsere Reichweite steigt. Gerade als noch unbekannter Autor ist es sehr, sehr hilfreich. Die Rezi muss auch nicht lange sein, ein paar Sätze reichen aus.
Außerdem könnt ihr uns durch Mundpropaganda oder das Teilen unserer Beiträge auf Social Media unterstützen. =)
Bitte borgt keine Bücher weiter! Sogar im engsten Bekanntenkreis kommt das immer wieder vor. Ein Buch kostet nicht die Welt, der Anteil, den ein Autor erhält ist noch geringer und wir Autoren freuen uns natürlich auch, wenn wir eine kleine Wertschätzung für unsere Arbeit erhalten.
Um das Ganze positiv abzuschließen, bedanke ich mich bei allen, die mich bisher unterstützt haben und freue mich über all jene, die Freude an meinen Büchern hatten.
Vielleicht sieht man sich bald mal auf einer Lesung. Auf meiner Website findet ihr immer die aktuellen Termine: https://nicole-stranzl.at/aktuelles/

Vielen Dank für das Gespräch!

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Nicole und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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