
Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?
Angefangen hat es mit den wilden Erzählungen, die ich mit Malstiften auf Papier gekritzelt habe. Später habe ich meine Geschichten dann aufgeschrieben, aber die wenigsten davon waren bis zum Ende erzählt. Mit dem Erwachsenwerden und dem beruflichen Alltag verstummten sie wieder, kamen aber mit den Fernstudiengängen zum Grafikdesigner und Werbetexter schnell wieder zurück. Zu meinem Debütroman »Die Weltenwandlerin – Das Geheimnis von Dreimond«
hat mich mein damals einjähriges Minishettypony Lotta gebracht, nachdem ich mit einem tiefen Blick in ihre großen schwarzen Augen erkannt habe, wie wir Menschen mit den sogenannten Nutztieren umgehen.
Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?
Nach acht Jahren des Schreibens und Überarbeitens habe ich Weihnachten letzten Jahres meinen Debütroman veröffentlicht und hatte überhaupt keine Ahnung, wie und ob er überhaupt bei seinem Publikum ankommen wird. Ich wusste nicht, ob seine leise Botschaft laut genug war, um die Herzen seiner Leserinnen und Leser zu berühren. Umso glücklicher haben mich all die wundervollen Rückmeldungen gemacht, die ich seither erhalten habe, und ich hoffe, dass die Geschichte noch viele weitere Herzen findet.
Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?
Das Abenteuer meiner vierzehnjährigen Heldin Emilie Sophie Bela sollte ursprünglich ein Kinderbuch über unsere beiden Minishetlandponys Lotta und Luna werden. Nachdem die Handlung zum Ende hin so viel Potenzial bekam, habe ich weitere Themen der Tierethik hinzugefügt, neue Charaktere und Handlungsstränge eingeführt und zu einem rasanten Finale verwoben. So wurde daraus schließlich ein Jugendroman mit ernstem Hintergrund und mit genügend Ideen für eine Fortsetzung. Durch die zunehmende Komplexität war ein Drauflosschreiben allerdings nicht mehr möglich, denn ich habe mich beim Schreiben immer öfter in einer Sackgasse wiedergefunden und musste viele Abschnitte umschreiben oder komplett löschen. SO habe ich begonnen, den Handlungsverlauf zu plotten, um nicht den roten Faden beim Schreiben zu verlieren. Allerdings machen sich die Charaktere und die Handlung auch mit einem Plot sehr gerne selbstständig und schlagen ungeahnte Wege ein. Aber genau das macht es ja so spannend, eine Geschichte zu schreiben.
Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?
Einen speziellen Schreibort habe ich nicht, aber ich suche mir mit meinem Notebook immer ruhige Plätze fernab des Lärms der Welt, um in der Stille ganz in meine Geschichten eintauchen zu können.
Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du schreibst und lesen sie deine Bücher?
Zunächst waren alle in meinem Freundes- und Bekanntenkreis überrascht, plötzlich einen »Autor« in ihren Reihen zu haben, denn die Buchveröffentlichung kam – selbst für mich – überraschend. Der Zuspruch und ihr positives Feedback haben mich aber weitermachen lassen und besonders meine Frau liebt meine Geschichten und unterstützt und motiviert mich als gelernte Buchhändlerin dabei sehr, noch viele weitere Geschichten zu schreiben.
Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?
Da die Weltenwandlerin als Trilogie konzipiert ist, habe ich mich nach Fertigstellung des ersten Bandes zum Glück nicht von meinen lieb gewonnenen Helden verabschieden müssen, sondern konnte mich schon auf die nächsten Abenteuer mit ihnen freuen. Sollte ich mal einen abgeschlossenen Roman schreiben, stelle ich mir den Abschied nach dem Wort ENDE allerdings gar nicht so schlimm vor, denn auf die anschließenden Marketingaktionen und Autorenlesungen nehme ich meine Figuren ja immer wieder mit.
Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchen? Und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?
Die Ausbildung zum Potentialentfaltungscoach bei Professor Gerald Hüther vor zwei Jahren hat mich von meinem langjährigen Beruf im Marketing zur Berufung geführt. Seit diesem Jahr unterstütze ich andere Autorinnen und Autoren als Lektor und Schreibcoach dabei, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, denn die Welt braucht Geschichtenerzähler. Und nebenbei bleibt auch für meine eigenen Romane meist genügend Zeit.
Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein spannendes und »etwas anderes« Leseabenteuer durch meine Fantasywelten. Ich wünsche mir für alle leidenden Tiere auf dieser Welt, dass euch meine Geschichte zum Nachdenken anregt. Und ich wünsche euch, dass ihr den Mut findet, die Veränderung für diese Welt zu sein, die sie so dringend benötigt. Denn dazu braucht es keine Magie und keine besondere Gabe, sondern nur eine Entscheidung.
Vielen Dank für das interessante und offene Interview Michael und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.
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