Autoreninterview mit: Maxi Magga

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Angefangen habe ich etwa ein Jahr nach meinem vorzeitigen Ruhestand. Anfangs wollte ich nur eine Szene aus dem Kopf kriegen, die mich nicht losließ. Aber richtig intensiv wurde es 2018. Zuerst dachte ich, ich kriege keine 100 Seiten zusammen. Doch bei jeder Überarbeitung wurden es mehr und mehr. Gut, dann lasse ich eben ein paar Bücher für Freunde drucken, war die nächste Stufe. Bis ich mir zugestand, dass die ganze Arbeit mehr Aufmerksamkeit verdient hätte und ich kein Angsthase sein wollte. Das war der ausschlaggebende Impuls, denke ich.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Ich spreche nicht ohne Grund gern von meinem Erstgeborenen oder überhaupt von meinen Babys. Wenn das Cover zum ersten Mal auf dem Bildschirm des Laptops erscheint, hat das etwas vom Hinausschicken der Kinder in die Welt. Man will nur, dass sie Erfolg haben und ihnen Menschen erspart bleiben, die ihnen Böses wollen. So ungefähr. Bisher waren die Lesermeinungen zu meinen beiden Büchern insgesamt so positiv, dass ich tatsächlich sowas wie Elternstolz empfinde. Mit der Konsequenz, dass Buch Nummer drei in Arbeit ist.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Es sieht manchmal sogar für mich so aus, als schriebe ich einfach drauflos. Aber das stimmt nicht. Da ist so vieles, was sich lange in mir aufgestaut hat und Bahn brechen muss. Das war z.B. das Ende meines Berufslebens aus Krankheitsgründen beim ersten Buch „Die Leiche bin ich“, als ich viel Ähnlichkeit mit der Leiche empfand, oder ein Zusammenspiel u.a. von Corona, Zeitungsmeldungen über die Vermögensverteilung bei uns und in der Welt und dem Film „Nackt unter Wölfen“, der mich sehr mitgenommen hat, im Vorfeld von „Der Abgerichtete“.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Ich schreibe fast immer am großen Esstisch. Dort habe ich Platz für meine 1001 Notiz- und Recherchezettel. Das „Vorschreiben“ mancher Szene geschieht oft in den Nächten davor im Kopf. Wichtige Teile des Buches müssen immer durch diese Schleuse.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Gute Frage, vor allem, was die Familie angeht. Es gibt da schon den einen oder anderen, der zufrieden war, das Buch zu bekommen – und ins Regal zu stellen. Insgesamt war das Überraschungsmoment („Du schreibst?“) mindestens genauso groß wie bei mir selbst. Dann habe ich aber viel Ermunterung und Zuspruch erhalten, ebenso wie konstruktive Kritik und so einige gute, ausgiebige Gespräche.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Und wie die einem ans Herz wachsen! Ich habe vorhin nicht zufällig von meinen Babys gesprochen und die Protagonisten sind ja deren Verkörperung. Vor allem Moron, der Protagonist aus „Der Abgerichtete“ hat mich bis jetzt noch nicht losgelassen. Ich arbeite zwar gerade an einem anderen Thema, aber unter dem Abgerichteten steht nicht das Wort ENDE. Da wird es mindestens einen weiteren Band geben, auch wenn das ursprünglich gar nicht geplant war. Aber die Szenen tummeln sich schon im Kopf und schreien nach Freisetzung.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin, wie gesagt, nicht mehr berufstätig und lebe allein (mit zwei Katzen). Da ist es egal, wenn ich spät aufstehe, weil ich mal wieder durchgeschrieben habe. Früher, als Lehrerin, hätte das gar nicht geklappt. Ich habe noch zwei weitere Leidenschaften entwickelt, ich male und stelle Schmuck her. Schon diese drei Dinge bekriegen sich heftig und streiten um meine Zeit. Das hätte vor der Pensionierung gar nicht funktioniert, da hatte der Beruf immer Vorrang.

Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Ja, gerne. Die meisten Schreiberlinge, die ich kenne, setzen beim Schreiben ihr Herzblut ein. Gerade wir Kleinen, Unbekannten leben auch von deiner Reaktion, lieber Leser. Bitte schenke uns eine Rückmeldung, eine Bewertung, eine Rezension. Gerne auch unter meinem Facebookprofil Daina Witt

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Maxi und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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