Autoreninterview mit: Claudia Jelbke-Folkers

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Das Schreiben hat mich von Klein auf begleitet. Zunächst waren es nur Gedichte, die ich schon in der Grundschule meiner Klasse vortragen durfte. Als junge Frau habe ich dann die Reden für meinen Vater geschrieben, der politisch sehr engagiert war. Ich habe immer gern gelesen und Menschen bewundert, die es fertig bringen, ganze Bücher zu schreiben. Deshalb habe ich mich 1999 an meinen ersten Roman, eine Liebesgeschichte, heran gewagt. Das war eher leichte Lektüre, in der ich auch eigene Erlebnisse verarbeitet habe. Aber seitdem bin ich auf den Geschmack gekommen, obwohl danach viel Zeit bis zum zweiten Buch vergangen ist und ich seither das Genre gewechselt habe.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Ich bin jedesmal sehr aufgeregt und habe das Gefühl, sehr viel von mir preis zu geben. Das macht verletzlich. Lesermeinungen sind sehr bedeutsam für mich. Positive Kritik beflügelt und freut mich sehr. Allerdings ist mir absolut bewusst, dass man nicht jeden Geschmack treffen kann und insofern erwarte ich auch nicht nur positive Rückmeldungen.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Die Ideen „fliegen“ mir tatsächlich zu. Manchmal sind es sogar zu viele auf einmal.  Ich erlebe eine Situation und frage mich zum Beispiel: Was wäre geschehen, wenn mein Gegenüber oder ich selbst sich gerade eben anders verhalten hätten. Wohin hätte das geführt? Was wäre wenn….

Am Anfang habe ich also einfach eine grundsätzliche Idee im Kopf und eine grobe Richtung, wohin das Ganze führen soll.  Dinge, die schwer fassbar und schwer erklärbar sind, inspirieren mich besonders. Während ich schreibe und recherchiere, bekommt die Geschichte oft noch einen Schubs in eine auch für mich selbst überraschende Richtung.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Ich schreibe in meinem Arbeitszimmer. Ein kleiner Raum in unserem Haus, mit angenehmer Atmosphäre.  Alle unsere Tiere haben sich hier immer besonders wohl gefühlt. Ich bin davon überzeugt, dass das tatsächlich ein gutes Zeichen ist und meine Gedanken hier wirklich fließen können.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Ich bin sehr dankbar sagen zu können, dass meine Familie und meine Freunde stolz auf mich sind und mich sehr unterstützen! Mein Bruder und mein Mann waren früher überzeugte „Nichtleser“. Ich freue mich sehr darüber, dass beide inzwischen meine Romane gelesen haben. Mein Mann prüft sogar jeden neuen Roman vorab auf Ungereimtheiten. Dank ihm weiß ich jetzt zum Beispiel, dass der Motor eines ID3 nicht aufheulen kann.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Ich verabschiede mich sehr ungern von meinen Protagonisten. Selbst von den unangenehmen Zeitgenossen, die ja in keinem Thriller fehlen dürfen und die das Ende oft nicht mehr miterleben.

Wir sind ja bis zur letzten Seite einen langen und aufregenden Weg gemeinsam gegangen und sie sind mir vertraut. Beim Schreiben sehe ich sie alle sehr plastisch vor mir.  Auch wenn ich sie erschaffen habe, entwickeln sie nicht selten ein Eigenleben und  überraschen mich damit, dass sie plötzlich die Richtung vorgeben, in die die Geschichte sich entwickelt. Deshalb fällt es mir manchmal schwer, einen Roman endgültig zu beenden.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bilde an einer Berufsfachschule Ergotherapeuten aus. Mein Fachgebiet ist die Psychiatrie, was sich auch – mal mehr und mal weniger – in meinen Geschichten widerspiegelt. Das Schreiben ist für mich wie ein Abtauchen in eine andere Welt. Es ist ein sehr angenehmer Ausgleich zum manchmal anstrengenden Schulalltag. Dafür nehme ich mir Zeit, wann immer es geht. Ich habe großes Glück, dass ich sowohl meinen Beruf als auch mein Hobby liebe.

Ich bin dankbar für eure kostbare Zeit, die ihr meinen Geschichten widmet! Ohne Menschen, die es lesen, ist ein Buch einfach nur eine Ansammlung von Worten auf Papier. Diese Worte werden erst durch Gedanken, Gefühle und Fantasie der Leser lebendig. Ich freue mich sehr, wenn ich etwas bewegen oder euch berühren kann!

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Claudia und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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