
Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?
Mein erster Versuch als Autorin – eine Bühnenfassung von Tolkiens Hobbit mit Zwölf – war wohl kein Zufall: Ich komme aus einer Theaterfamilie, mein Vater und Großvater haben für die Bühne gearbeitet. Doch ich habe schnell gemerkt, dass ich lieber Romane schreibe.
Allein vom Schreiben zu leben, habe ich mir lange nicht zugetraut. Stattdessen wurde ich Journalistin und Redakteurin, ein Beruf, den ich viele Jahre gerne ausgeübt habe. Doch mit knapp 40 – und meinem dritten Kind auf dem Arm – dachte ich mir: Wenn nicht jetzt, wann dann?! Mit ein wenig Glück und der richtigen Gelegenheit habe ich eines meiner historischen Manuskripte bei DroemerKnaur vorstellen können. Und 2019 erschien dort dann mein Debüt Marina, Marina (noch unter Pseudonym). Heute veröffentliche ich unter meinem Geburtsnamen, sowohl im Verlag als auch verlagsunabhängig. Und es ist immer noch mein absoluter Traumberuf.
Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?
Der aktuelle Roman »Der Goldvogel« ist zwar schon meine neunte Veröffentlichung, aber eins könnt ihr mir glauben: Ich bin genauso aufgeregt wie bei meinem Debüt! Gerade die allerersten Rückmeldungen sind sehr wichtig – da erfahre ich, ob das, was monatelang in meinem Kopf und auf dem Papier gewachsen ist, bei meinen Leserinnen und Lesern ankommt. Ich freue mich aber auch über spätere Rückmeldungen oder vor allem über die Mails meiner Newsletter-Abonnenten. Schreiben ist manchmal ein ziemlich einsamer Prozess, gerade deshalb liebe ich diesen Austausch, wenn ein Buch endlich in der Welt ist!
Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?
Wie bei vielen Kreativen kommen auch bei mir die Ideen von überall her – nicht selten aus der Recherche für ein anderes Buch. Manchmal reift eine Geschichte über Jahre, bis ich spüre: Jetzt ist sie reif zum Schreiben. Meine Romane haben deshalb meist eine lange Entstehungsgeschichte.
Bei Kurzgeschichten kann es schneller gehen: Ich bin tatsächlich schon mal mit einer zündenden Idee aufgewacht, hatte zufällig Zeit und konnte die Geschichte noch am selben Tag fertig schreiben. Das ist aber eher die Ausnahme.
Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?
Ja – meine supergemütliche Dachkammer! Dort sind alle Wände mit Büchern vollgestopft, und da steht mein Schreibtisch mit meinem Laptop und viel Krimskrams drumrum. Das ist sozusagen meine Höhle, in die ich mich vor allem in der dunklen Jahreszeit zurückziehen kann, um zu denken, zu fantasieren und natürlich zu schreiben, schreiben, schreiben …. Um dann im Frühjahr mit einem neuen Buchmanuskript wieder herauszukriechen. 🙂
Seltener schreibe ich auch mal in Cafés oder auf Reisen, aber dann eher Blogbeiträge oder Hintergrundartikel. Meine Romane entstehen fast ausschließlich in meiner »Schreibhöhle«.
Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du schreibst und lesen sie deine Bücher?
In meiner Familie gibt es so einige ungewöhnliche Berufe – da fällt eine Autorin nicht weiter auf. Meine Bücher lesen auch nur diejenigen, die sich sowieso für historische Romane interessieren, und das ist völlig okay. Auch unter meinen Freunden und Bekannten sind relativ viele Künstler und Freiberufler, das verbindet ohnehin.
Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter einem Buch das Wort ENDE schreibst?
Auch wenn ich jedes Mal froh bin, wenn so ein Buch endlich fertig ist (leere Seiten füllen ist anstrengend!), vermisse ich natürlich meine Romanfiguren, mit denen ich so viel Zeit verbracht habe. Und auch die Romanschauplätze fehlen mir oft schrecklich, schließlich habe ich dort monate- oder jahrelang in Gedanken gelebt! Meine Art, mit dieser Sehnsucht umzugehen: Ich schreibe meistens mehr oder weniger zusammenhängende Romane – die entweder eine ähnliche Romanwelt oder Epoche teilen oder manchmal sogar eine richtige Serie bilden. Auf diese Weise kann ich immer wieder an meine Lieblingsorte und zu meinen Lieblingsfiguren zurückkehren.
Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchem? Und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?
Ich bin von Haus aus Journalistin und gelernte Online-Redakteurin (Text, Audio, Foto, Design) und übernehme hin und wieder noch kleinere Aufträge. Aber mein Hauptberuf ist das Schreiben historischer Romane. Dazu kommen meine Familie, die Tiere (derzeit ein Spitzmädchen und eine Schildkröte) und privates Engagement – also langweilig wird es nie! Mein „Trick“, um alles unter einen Hut zu bringen? Früh aufstehen und ein unterstützendes Umfeld. Und wenn das nicht reicht: Mut zur Lücke. 🙂
Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?
Allen, die meine Bücher schon kennen, danke ich von Herzen für ihr Interesse und ihre Treue! Und wer mich noch nicht entdeckt hat: Auf meiner Autorenseite angelamarina.com gibt es Kurzgeschichten, viele davon sind kostenlos in den Shops oder über meinen Newsletter erhältlich – eine gute Gelegenheit, in meine historische Welt einzutauchen. Ich freue mich auf euren Besuch!
Vielen Dank für das interessante und offene Interview, Angela Marina und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.
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