
Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?
Mit elf Jahren erlebte ich einen magischen Moment: Auf der alten Schreibmaschine meines Vaters tippte ich meine ersten Zeilen. Das erhebende Gefühl, mein erstes Werk in den Händen zu halten, ließ mich nie los. Jahre später entschied ich, diese Leidenschaft professionell zu verfolgen. In einem Kurs für kreatives Schreiben entstand die Protagonistin meines ersten Romans, inspiriert von frischen Eindrücken aus Indonesien. Sie brachte mich auf die Idee, weiterzumachen.
Während meiner Ausbildung zur Autorin entwickelte ich mein Debüt „Im Schatten der Welle“, das zu meinem ersten kleinen Bestseller wurde – ein Traum, der einst an einer Schreibmaschine begann, war Wirklichkeit geworden.
Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?
Das ist die Magie des Augenblicks – ein innerer Rausch, der mich erfüllt. Und wenn die ersten 5-Sterne-Rezensionen eintreffen, tanze ich vor Freude, weil meine Worte die Herzen berührt haben.
Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?
In meinem Leben habe ich einige geliebte Menschen verloren, und diese Verluste verarbeite ich in meinen Büchern. Den Tod meiner Mutter habe ich in meinem Debütroman „Im Schatten der Welle“ aufgearbeitet. Kurz nach dessen Fertigstellung starb mein Bruder, und daraus entstand „Das Herz des Leoparden“. Meine Reisen, das Leben an ungewöhnlichen Orten und der Einsatz für Hilfsorganisationen nach Naturkatastrophen prägen meine Geschichten. Die Begegnungen mit Menschen in Asien und Australien inspirieren mich und fließen in meine Romane ein.
Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?
Ich bin flexibel und schreibe unter Palmen, im Himalaya oder an meinem Schreibtisch, wo sich immer der gerade befindet. Zuletzt habe ich zwei Jahre in Nepal gelebt und meine Ideen für „Das Herz des Leoparden“ schnell nach der ayurvedischen Massage aufgeschrieben, damit ich nichts vergesse.
Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du schreibst und lesen sie deine Bücher?
Sie freuen sich für mich. Wenn ich dann auch positive Rezensionen und Feedback von Menschen erhalte, die mich nicht kennen, verstärkt sich das Gefühl, dass meine Geschichten die Herzen meiner Leserinnen und Leser berühren.
Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter einem Buch das Wort ENDE schreibst?
Beim Schreiben fühle ich mich oft wie ein Medium für meine Protagonisten, als würde ich ihre echten Erlebnisse festhalten. Sie wachsen mir ans Herz wie Freundinnen. Erst wenn der Roman abgeschlossen ist, lassen sie mich los, und ich finde kurz Ruhe und Zufriedenheit – bis die nächste Figur auftaucht und nach ihrer Geschichte verlangt.
Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchem? Und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?
Ich lebe vom Schreiben – nicht nur durch meine Bücher, sondern auch durch Auftragstexte – und ich verantworte die Öffentlichkeitsarbeit eines buddhistischen Meditationszentrums. Wenn ich viele Termine hintereinander habe, herrscht manchmal Chaos auf meinem Schreibtisch. Das räume ich schnell auf – getreu meinem Motto: „Äußere Ordnung ist innere Ordnung.“
Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?
Nach meinem letzten schweren Verlust habe ich erkannt, dass es möglich ist, Schmerz in Jubel zu verwandeln. Mit meinen Geschichten möchte ich Leserinnen und Leser ermutigen, an sich und ihre Träume zu glauben und niemals die Hoffnung aufzugeben. Durch eigene Erfahrungen und Beispiele anderer, die Ähnliches durchlebt haben, möchte ich denjenigen Mut machen, die gerade keine Kraft mehr spüren, und Hoffnung schenken, wo Dunkelheit herrscht – um gemeinsam positive Energie zu verbreiten.
Vielen Dank für das interessante und offene Interview, Andie und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.
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