Interview mit: Manfred Lukaschewski

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Aus vielen Gesprächen mit ehemaligen Kollegen, mit den Institutsdirektoren der Rechtsmedizin und mit Kollegen, die in der täglichen Arbeit steckten, erwuchs schnell die Erkenntnis, dass das kriminalistische Grundwissen mehr und mehr wissenschaftlicher Grundlagen entbehrt, dass Intuition zunehmend das Primat übernimmt.

Grund dafür war das Fehlen der akademischen Ausbildung der Kriminalistik, Anfänger in diesem wichtigen Beruf waren zunehmend auf die Methode „Learning by doing“ angewiesen.

Aus diesem Grund entschloss ich mich, mein an der Humboldt-Universität zu Berlin erworbenes Wissen in Form von Büchern zusammenzufassen.

Das war in etwa so um das Jahr 2008/2009, der erste Band vom Kompendium erschien dann 2012.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Selbstverständlich erfüllt es einem mit Stolz, sein „Kind“ in den Händen zu halten. Wichtiger aber ist der Umstand, dass das darin enthaltende Wissen beim Leser auch positiv ankommt. Dabei stellte sich allerdings heraus, dass meine eigentliche Zielgruppe (Polizeistudenten an den Fachhochschulen) darauf weniger zurückgriffen (das liegt an der stiefmütterlichen Behandlung der Kriminalistik im Ausbildungsprofil), sondern dass es zunehmend Autorinnen und Autoren waren, die den Inhalt aufsaugten. Sie waren und sind bestrebt, ihre Fälle authentischer zu gestalten, und dazu benötigt man ein bestimmtes Maß an Grundwissen.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Nun, ich schreibe keine Geschichten … es sind Sach- bzw. Fachbücher. Wenn ich über das Vorgehen einer Mordkommission im Falle des Auffindens einer unbekannten Leiche schreibe (Band 3 „Kriminalistik in Theorie und Praxis“ – Phänomenologie einer Strafsache), ist es ja im übertragenen Sinne auch eine Story, oder?

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Mein Büro … ein anderer Ort eignet sich nicht. Erstens hab in dort alle notwendigen anderen Recherchemöglichkeiten und zweitens würde an einem anderen Ort zunächst meine Neugier siegen … Land und Leute kennenlernen, ist mir in jedem anderen Ort dann wichtiger.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Meine Familie freut sich natürlich mit, zumal ich mit dem Bruder meiner Frau einen Kollegen vom Fach habe.

Da ich normalerweise im ganzen Land mit Vorträgen über die Arbeit einer MK unterwegs bin (auch im Ausland) und meine Frau mich in der Regel begleitet, kennt sie meine Arbeit sehr genau und sie bemerkt mein Engagement für diese Sache auch dann, wenn ich mich über bisweilen laienhafte Arbeit der Polizei errege.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Hm, meine Protagonisten liegen meist mausetot ruhig vor sich hin und kommen auf keine dummen Gedanken mehr.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin im Ruhestand und habe die Freiheit, meine Zeit nach meinen Bedürfnissen einteilen zu können. Auch hab ich mit dem MAIN-Verlag einen Partner gefunden, mit dem die Zusammenarbeit ohne Stress verläuft (abgesehen von den normalen verlagsfachlichen Diskussionen).

Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Bezüglich Kriminalistik auf jeden Fall: Bezieht euer kriminalistisches Wissen nicht aus „Navy CIS“ oder „Tatort“, sondern aus Sachbüchern (ich denke da nicht nur an die meinen) oder direkt vom Fachmann (-frau), zum Beispiel hier:

https://www.facebook.com/Diplomkriminalist.Diplomphysiker

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Manfred und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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