Interview mit der Autorin: Gaby Strittmatter-Seitz“

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Schreiben ist wie Musik Balsam für die Seele, man kann sie wandern lassen, wohin sie will…ich schreibe seit Kindesbeinen, Gedichte für mich, Artikel für Schülerzeitungen und später für Zeitungsverlage. Ich habe eine reichlich chaotische Biographie, seriös wurde ich erst mit Eintritt in die Landesverwaltung BW als Leiterin eines Asylbewerberheimes. Dort entstand der erste Roman, den ich veröffentlichen wollte: ‚Weiser Freund aus dunklem Land‘, die Geschichte eines Asylbewerbers wider Willen. Ich wollte der damaligen ‚Das-Boot-ist-voll-Kultur etwas entgegensetzen, indem ich deutlich zu machen versuchte, dass Flüchtlinge auch nur gute oder schlechte Menschen sind. Wie wir alle. Leider fanden die Verlage die Story nicht massentauglich, deshalb steht das einzig verbliebene Exemplar jetzt in meinem Regal.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Das ist natürlich spannend wie die Sau 😄. Ist es mir gelungen, die Bilder aus meinem Kopf so zu beschreiben, dass ein neutraler Leser sie sieht? Fühlt er sich wohl in meiner Geschichte? Bzw. sie? Blättert er die letzte Seite mit einem leisen Bedauern um? Das wär schön…

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Mein Kopf inspiriert mich, der ist voller Bilder und Geschichten, die hinaus müssen. Entweder als Liedtext oder als groß angelegte Story wie Emma.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Meine Terrasse, dort ist es vogelpfeifmäßig idyllisch (ich lebe auf dem Land), zumindest, bis ein Nachbar nach dem anderen seinen Rasenmäher anwirft und der Bauer gegenüber einen neuen Hasenstall aussägt… dann flüchte ich grummelnd an meinen Schreibtisch

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Soll ich die Wahrheit sagen? Der einzige aus meiner Familie, der meine Geschichten liest und hört, ist mein Bruder, der Rest belächelt mich in Lass-das-Kind-mal-spielen-Manier. Meine Mutter hielt ‚Emma‘ gar für Papierverschwendung… Ein Seelentrost sind meine Freunde, die mich enthusiastisch unterstützen oder auch konstruktiv kritisieren, was mindestens genau so wichtig ist.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Ich schreibe es nicht, das ist ja, als müsste ich meine Figuren töten, die inzwischen ein Eigenleben haben. Das Buch ist vielleicht an der Stelle zu Ende, aber nicht die, die es bevölkern. Jedesmal, wenn ich (wie in diesem Fall) den Schwarzwald besuche, sind sie alle wieder präsent. 

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin beim Regierungspräsidium S für den Internationalen Schüleraustausch zuständig, der seit Corona wie alles zum Erliegen kam. Ebenso sämtliche Freizeitvergnügungen wie Sport, Kultur etc. , insofern hatte ich genügend Muße für ‚Emma‘. Den ‚Weisen Freund‘ habe ich unter ganz anderen Bedingungen geschrieben, Vollstress im Job und zwei kleine Kinder. Die Story musste trotzdem aus meinem Kopf, das ging auch irgendwie, dauerte halt ewig.

Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Ich möchte die Menschen mit meinen Liedern und Geschichten für eine kleine Weile in eine andere Welt entführen, weil dies das Gefühl ist, das sich in mir bei einem guten Buch oder berührender Musik ausbreitet. Es ist ein schönes Gefühl, vor allem ein positives, etwas, das wir in den aktuellen Zeiten ganz besonders brauchen. Daher freue ich mich auch immer über Rückmeldungen oder Diskussionsanstöße.

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Gaby und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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