Interview mit: Andreas Michels

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Angefangen zu schreiben habe ich in der sechsten Klasse. Mein damaliger Deutschlehrer hat mich nach dem Gewinn eines Aufsatzwettbewerbs in der Schule dazu ermutigt und seitdem…bin ich dabei geblieben. Mein erstes Buch habe ich mit 18 geschrieben, dass damals aber aufgrund lizenzrechtlicher Probleme nicht veröffentlicht wurde. (Ein Shadowrun Roman, wem das was sagt) Dann kam der Bund und damit erst einmal ein paar Jahre kreative Pause, in denen ich nur als Ghostwriter für diverse Rollenspielsystem aktiv war. Letztlich kam erst 2017 dann mein Debütroman heraus.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Das ist irgendwie wie eine Droge. Monatelang arbeitet man auf diesen Punkt hin, hat nächtelang geschrieben, recherchiert und immer wieder korrigiert… und dann…ist das Buch da. Ein unbeschreibliches Gefühl! Mit den Lesermeinungen hatte ich bisher meistens Glück. Schlechte Reviews sind aber eine Sache, mit der man einfach rechnen muss, es allen Lesern recht machen, kann man eher selten.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Inspiration für meine Geschichten finde ich in allen Lebenslagen. Viel ziehe ich aus eigenen Lebenserfahrungen und auch aus meinen anderen Hobbies, primär dem Liverollenspiel. Esariel beispielsweise beruht aber auf meinen Erlebnissen während meiner Bundeswehrzeit. Damals habe ich mich während einer Nachtwache mit einem Kameraden muslimischen Glaubens in einem nicht europäischen Land über Religion unterhalten und was für eine Rolle Engel auch im Islam spielen. Nur wenig später war die Idee geboren, über einen desillusionierten Schutzengel zu schreiben, der eigentlich nur noch seine Ruhe will, aber von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Ganz banal bei mir im Arbeitszimmer, meistens Nachts mit einem Glas Whiskey. Im Sommer manchmal auf der Terrasse im Garten, aber da ist zu viel Ablenkung

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Meine Familie unterstützt mich von je her bei meiner schriftstellerischen Tätigkeit. Meine Frau ist nebenberuflich (neben ihrer Berufung als Deutschlehrerin) selbst Autorin und unterstützt mich bei der Lektoratsarbeit. Ohne Kathrins Mithilfe wäre ich nicht in der Lage, alles dergestalt zu stemmen. Sie kümmert sich neben ihren eigenen Buchprojekten auch primär um unsere Social Media Auftritte und erstellt den Content dafür. Gleichzeitig ist sie meine wohl härteste Kritikerin!

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Das war bisher immer sehr emotional für mich. Man begeht eine lange Reise mit den Charakteren und setzt jetzt das letzte Satzzeichen, was sich manchmal wie ein kleiner Tod anfühlt. Gleichzeitig fällt aber eine Riesenlast vom Herzen, weil der Text fertig ist. Nach der Traurigkeit kommt also ein Riesenschub Erleichterung. Bis die Erkenntnis einsickert, dass damit der Teil des Buchschreibens auf mich zukommt, den ich so gar nicht leiden kann: Text überarbeiten und kürzen….
Ein auf und ab der Gefühle also 😉

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Mein Brotjob ist sehr profaner Natur: Ich bin im Bereich eCommerce bei einem großen Maschinenbauunternehmen angestellt, kümmere mich dort um den Support und betreue Vertriebsgruppen in aller Welt. Wie ich das alles unter einen Hut bringe, weiß ich manchmal selbst nicht so genau, aber letztlich ist das Schreiben mein Ausgleich und Ventil für meinen mitunter stressigen Job. Aber nur deswegen konnte ich auch mit relativ wenig Aufwand unseren eigenen Webshop als Ausgleich für die ausgefallenen Lesungen 2020 online bringen, denn das Knowhow dafür bringt meine Arbeit mit sich 😉

Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Aktuell kann man es nicht oft genug sagen: Abstand halten und Hände waschen, dann kommen wir allesamt sicher durch diesen mehr als nervigen Lockdown. Ich hatte im eigenen Verwandtenkreis Fälle, die alles andere als ein „leichter Verlauf“ waren, das rückt einem das Weltbild sehr schnell gerade.

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Andreas und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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