Autoreninterview mit: Regina Rothengast

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Eigentlich habe ich schon im Teenager-Alter angefangen zu schreiben. Und zwar einen Bravoroman. Die älteren Leserinnen und Leser wissen, wovon ich spreche. Dieses frühe Werk fristet aber noch heute sein trauriges Dasein in der Nachtkommode.

Meine Kurzgeschichten sollten dieses Schicksal nicht erleiden. Meine erste Story verfasste ich vor ca. 10 Jahren, ab und zu kam eine neue dazu. Coronabedingt hatte ich in den letzten beiden Jahren viel Zeit, sodass ich es bald auf die stolze Anzahl von 22 Geschichten brachte, frei aus meinem Leben. Heute bin ich sehr stolz auf mein Buch SANDALEN IM WINTER, das ich im Mai 2021 im Verlag Renate Brandes veröffentlichen konnte.  

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Das ist ein ganz außergewöhnliches und erhebendes Gefühl. Wie gesagt, ich fühle mich stolz und dankbar. Den ersten Lesermeinungen fiebert man natürlich sehr erwartungsvoll entgegen. Positives Feedback empfinde ich wie Applaus. Aber man sollte gefestigt sein und Kritik jeglicher Art vertragen können. Es war und ist auf alle Fälle eine tolle, einzigartige Erfahrung, ein Buch zu veröffentlichen.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Von Jugendbeinen an verehre ich Ephraim Kishon. Sein Humor ist das, was auch ich darunter verstehe. Kishon schrieb neben Romanen und Kurzgeschichten politischer Art auch Anekdoten aus seinem Leben. Wenn man sich selbst auf den Arm nehmen und über sich lachen kann, hat man doch eine gute Einstellung zum Leben.

Irgendwie hat mich, es gereizt, auch humoristische Geschichten zu Papier zu bringen. Ich habe es probiert und war damit erfolgreich. Das was ich unter Erfolg verstehe natürlich. Ich würde es mir nie anmaßen, mich mit dem großen Meister zu messen oder mich mit ihm zu vergleichen.

Wenn ich eine Idee für eine Geschichte habe, ist das wie ein Selbstläufer. Dann bin ich nicht mehr zu bremsen und das Niederschreiben geht fast von alleine. Ich bin auch schon mitten in der Nacht aufgestanden und habe mir Notizen gemacht, damit gute Einfälle nicht verloren gehen. 

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Ich schreibe ausschließlich in meinem Wintergarten mit Blick nach draußen in die freie Natur. Das ist beruhigend, inspirierend und erholsam.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Meine Familie hat selbstverständlich mein Buch gelesen. Sie findet es ausnahmslos toll, dass ich ein Buch geschrieben habe. Im Freundes- und Bekanntenkreis sind die Reaktionen sehr unterschiedlich. Viele denken leider gar nicht daran, eine Rückmeldung, die mir sehr wichtig ist, zu geben. Andererseits haben mich Menschen kontaktiert, von denen ich es gar nicht erwartet hätte. Es kamen also Reaktionen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe. Das erfreut mich jedes Mal wieder. Ich habe in dem Dreivierteljahr, seit mein Buch erhältlich ist, sehr viel über mein Umfeld gelernt.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

In meinen Geschichten geht es ausschließlich um von mir Erlebtes und meine Gedanken. Sie sind alle wahr, mit ein paar dichterischen Freiheiten. Katastrophale Begebenheiten auf Reisen, der Alltag mit seinen Tücken, Chaos im Familienleben, die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden, mein gestörtes Verhältnis zum Sport und dem logischen Denken. Das alles sind Themen meiner 22 Storys.

Wenn man so will, ist die Lieblingsfigur aus meinem Buch FRÄULEIN FREITAG vom Lebenshof Pegasus. Freitag ist ein Schweinchen. Ich habe eine Geschichte um ihr Schicksal geschrieben: FRÄULEIN FREITAG – RETTUNG VOR DER FLEISCHESLUST. Das ist die Hintergrundstory, wie ich zur Vegetarierin wurde.

Wenn ich das Wort ENDE unter eine Geschichte schreiben kann, bin ich froh, dass ich sie vollendet habe. Anfängliche Unsicherheit, ob die Story gelungen ist, legt sich beim Überarbeiten. Dann denke ich WELL DONE!

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchem? Und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich arbeite als Angestellte bei einer Polizeibehörde. Da ich nur halbtags beschäftigt bin und die Kinder aus dem Haus sind, habe ich genügend Zeit für alle Hobbys. Ab Sommer 2022 bin ich in Rente und kann mich dem Schreiben noch mehr hingeben.

Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Es ist nie zu spät, sich einen Traum zu verwirklichen. Man muss es nur wollen. Nicht umsonst heißt es: „Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen!“ Ich kenne genügend Beispiele, vor allem aus der Generation vor mir, dass man ewig seinen Wünschen hinterher jagt und nie den Mut findet, sie einfach Wirklichkeit werden zu lassen oder es zumindest zu versuchen. Ich drücke viele Gefühle in Sprüchen aus. Ein weiterer besagt: „Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest.“ Mit Anfang 60 kann und darf man nichts mehr auf die lange Bank schieben! Mein Traum war seit Jugendtagen der Traum vom eigenen Buch. Nun habe ich ihn mir erfüllt. Das funktioniert mit allen Träumen so und ist meine Botschaft an die Leserschaft.

Herzlichen Dank an Bärbel und Andreas Zimmer für die Chance, mein Buch vorzustellen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich neugierig darauf machen konnte. Mein Büchlein ist zum Schmökern daheim, auf Reisen im Flugzeug, Bahn oder Bus, im Liegestuhl, im Wartezimmer beim Arzt oder einfach zwischendurch, wenn man etwas abschalten möchte, bestens geeignet. Es ist auch das perfekte kleine Geschenk oder Mitbringsel für einen lieben Menschen, der nicht zum Lachen in den Keller geht.

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Regina und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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