Autoreninterview mit: Lenny Löwenstern

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Da muss ich etwas länger zurückdenken. Ich habe 1980 als Teenager mit Gedichten und Science-Fiction Kurzgeschichten angefangen. Da habe ich mir eine Schreibmaschine gekauft. Der erste Computer war für mich erst 1982 erschwinglich. Das Schreiben war damals eine Art Selbstermächtigung oder Therapie, mein Glück, dass ich das hatte.

Übrigens konnte man in den achtziger Jahren recht gut publizieren, es gab eine lebendige Szene mit Literaturzeitschriften und Fanzines. Die brauchten immer Material. Nur war die Kommunikation zu der Zeit langwierig mit Briefen. Ab 1990 habe ich mich auf mein berufliches Fortkommen konzentriert. Danach passierten viele Dinge. Schriftsteller bin ich erst seit Januar 2018.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Ich denke mir: Na hoffentlich geht das gut 🙂

Man weiß ja nie, was kommt. Vielleicht habe ich einen groben Fehler gemacht oder das falsche Buch hochgeladen. Da verfolgen mich Ängste. Wenn die Printversion kommt … und ich weiß, die kann jetzt jeder kaufen … und ich sehe sie zum ersten Mal. Was da alles sein kann. Mein Alptraum: Ich schlage das Buch auf und sehe nur leere Seiten. Alles unterwegs verschüttgegangen. Ich muss dann die Geschichte noch mal neu schreiben. Deshalb immer gut aufpassen auf die Wörter.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Das entwickelt sich. Inzwischen habe ich so viele Ideen gesammelt, dass ich nie alles werde schreiben können. Ich muss mir also überlegen, was ich als Nächstes angehen will. Ich möchte vielfältig sein, nicht immer das Gleiche machen.

Oft ergibt es sich eine Sache aus der anderen. Damit meine ich nicht Fortsetzungen, sondern Entwicklungen. Eines inspiriert das andere oder bringt einem zu etwas Neuem. Es ist nicht durchgeplant.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Da bin ich ganz ortsfest, ich schreibe praktisch und ganz prosaisch nur am Schreibtisch, den habe ich seit 25 Jahren. Er steht aber nicht im Arbeitszimmer, sondern breitet sich im Wohnzimmer aus. Das ist mir eben am Wichtigsten, nicht die Sitzecke oder der Fernseher. Nur auf Reisen kommt mal der Laptop zum Einsatz, zuletzt also nur noch selten. Man kommt ja nicht mehr weg.

Frage 5: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Erstmal Erleichterung. Ein schönes Gefühl. Man hat nämlich seine Freiheit wieder. Dann kann ich endlich mal wieder ungeplant in den Tag hineinleben.

Bei mir ist es so, dass ich einen Roman relativ schlampig vorbereite. Langes und genaues Planen sind nicht mein Ding. Wenn ich weiß, was passieren soll, will ich sofort loslegen. Da bin ich viel zu ungeduldig. Das bedeutet leider auch, dass ich viel nacharbeiten muss. Auch weil ich gern spontan etwas mache, also etwas einfüge oder etwas verändere, was ich so eben vorher noch nicht gesehen habe. Vielleicht diszipliniere ich mich noch mit wachsender Routine.

Frage 6: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin zweigleisig unterwegs, neben den Romanen mache ich auch Sachbücher (Schöne Wörter 1 und 2) und betreue die dazugehörigen Websites. Das ist eng mit der Literatur verbunden, sonst würde ich es nicht tun.

Einen weiteren Beruf übe ich nicht aus. Früher war ich allerdings auch schon selbständig, bin es also gewöhnt.

Frage 7: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Lasst euch Zeit beim Lesen und guckt auch mal zwischen die Zeilen. Da steht nämlich auch etwas …

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Lenny und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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