Autoreninterview mit: Jochen Bender

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht, dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Weil ich schon als Kind und Jugendlicher eine absolute Leseratte war, die mehr als einmal ein Buch nicht weglegen konnte und bis zum morgendlichen Gesang der Vögel durchgelesen hat. Ich bewunderte Schriftsteller und habe als junger Mann dann selbst meinen ersten Roman geschrieben.

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Ich bin ganz altmodisch. Mir kommt es nicht auf das online gehen an, aber wenn ich das gedruckte Buch erstmals in der Hand halte, wird das auch bei meinem in Kürze erscheinenden dreizehnten Roman wieder ein bewegender Moment werden. Ich freue mich über jede Lesermeinung, von der ich mich gesehen und verstanden fühle.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Mein Grundthema ist der Mörder in uns, also Menschen aus der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft, die zum Mörder werden. Darüber lese ich viel, heute erst wieder über einen Polizisten aus dem Landeskriminalamt, der seiner von ihm getrennten Frau auflauerte. Er erschoss mit seiner Dienstwaffe erst seine Frau und anschließend sich selbst. Mich beschäftigt, was in diesen Menschen vorgeht und sie zu Mördern macht. Außerdem gibt es immer skurrile oder berührende Geschichten aus dem wahren Leben, die ich in meinen Krimis verarbeite. In meinem aktuellen Krimi „Schwabenschatten“ ist es der Gürtel des Kahimemua. Dieses heilige Artefakt wurde vor über einhundertzwanzig Jahren den Ovambanderu aus dem heutigen Namibia geraubt und nach Deutschland gebracht. Sie haben die Suche  nach ihm nie aufgegeben, obwohl er als Verschollen galt.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Auf meinem Sofa mit Blick auf den Wald vor meiner Haustür.

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Während ich deine Frage beantworte, sitzt meine Frau neben mir auf dem Sofa und liest das Manuskript zu meinem ersten Kiel-Krimi. Für sie als Kielerin ist er relevanter als meine Schwaben-Krimis, die sie aber ebenfalls alle gelesen hat. Meinen Freunden gefällt es, solange sie sich nicht plötzlich in einem meiner Krimis wiederfinden.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt, ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Es ist pure Freude und erfüllt mich mit Stolz, es wieder einmal geschafft zu haben. Fast immer bekomme ich sofort Lust auf die nächste Geschichte mit meinen Protagonisten. Die sterben ja nicht, nur weil eine Geschichte mit ihnen fertig erzählt ist.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja, welchen? Und wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin Diplom-Psychologe und arbeite an einer Schulpsychologischen Beratungsstelle, was eine sehr erfüllende Aufgabe ist. Seit ich auf 80% reduziert habe, bekomme ich beides gut unter einen Hut.

Frage 8: Gibt es etwas, das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Zunächst danke ich allen, die meine Bücher nicht nur lesen, sondern sie auch kaufen. Ihr ermöglicht es, dass es weitere Krimis von mir gibt. Alle, die noch keinen Roman von mir gelesen haben, möchte ich bitten, mir eine Chance zu geben.

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Jochen und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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