Autoreninterview mit: Christina Schwarz

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Angefangen habe ich, wartet mal …,das war 2016. In diesem Jahr habe ich mein Sachbuch „PNP – Psychoneurologische Programmierung“ veröffentlicht. Hintergrund war, dass ich meine psychotherapeutische Praxis schließen wollte und meinen Klienten versprach, dafür zu sorgen, dass sie sich selbst auch alleine helfen können. Dieses Buch gab ihnen das methodische Rüstzeug dafür in die Hand. Das Schreiben bereitete mir so unendlich viel Freude und ich wusste, das ist es! Dann bin ich dabei geblieben, denn auch die Idee zum ersten Kriminalroman war schnell geboren. 

Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?

Schlecht. Ich fühle mich immer schlecht, weil ich das Gefühl habe, plötzlich Freiwild zu sein. Man braucht als Autor Feedback, um sich selbst einschätzen zu können, um sich weiterzuentwickeln und auch, um motiviert zu bleiben. Der Grad zwischen konstruktiver Kritik und Niederträchtigkeit ist allerdings recht schmal. Jeder, der seine Nase zum Fenster raussteckt, erkennt bald, wie der Wind manchmal sehr schnell zum heftigen und unangenehmen Sturm werden kann.

Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los? 

Ich schreibe immer drauf los, ich kann nicht plotten. Ich habe zwar ein grundsätzliches Thema im Kopf, aber alles andere passiert dann während des Schreibens. Die Geschichte ebenso wie auch die Handlungen meiner Figuren. Alles besitzt ein Eigenleben und ich bin häufig nur eine Art Zaungast, der vom Romantreiben ebenso überrascht wird wie der künftige Leser.

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Ich schreibe immer am Esstisch oder im Sommer bei schönem Wetter auf meiner Gartenterrasse. Da hab ich Platz, fühl mich wohl und muss bei Störungen auch nicht immer aus dem ersten Stock meines Arbeitszimmers hinunterlaufen, grins. 

Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Mein Mann ist nicht nur ein begeisterter Leser meiner Bücher, sondern kümmert sich auch um alles, was an Vermarktung und Veröffentlichung so dranhängt. Das hindert ihn aber nie daran, mir schonungslos seine ehrliche Meinung beim Testlesen neuer Bücher zu sagen. Das ist mir irre wichtig und ich würde richtig sauer, wenn er mir Honig um den Mund schmieren würde. Auf seine Meinung lege ich großen Wert, weil er ein Vielleser ist und hohe literarische Ansprüche für sich stellt. Mein Sohn liest zwar nicht gerne, findet es aber toll, dass ich schreibe. Mit „In Dubio Pro Reo“ hat er eine Ausnahme gemacht und hat diesen Justizthriller gelesen. Er fand ihn richtig gut und mit seinen Worten: sauspannend. Meine Schwiegermutter liebt v.a. meine Lyrik und Flash Mystery Bücher, weil sie a) nicht so lang sind und ihr das Lesen so leichter fällt und b) weil sie Gedichte liebt, und sie liest ihren Mitbewohnern im Altenheim gerne daraus vor. Und der Rest an Familie kümmert mich nicht. Daher weiß ich es auch nicht, wie sie darüber denken.

Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst? 

Da geht es mir immer gut, denn eine gemeinsame Reise ist ja befriedigend zu Ende gegangen. Jedes Ende ist immer der Anfang von etwas Neuem, auf das ich bereits gespannt bin. Die gemeinsamen Erlebnisse mit meinen Protagonisten waren davor oft ein Auf und Ab, ein Ringen und Lachen, ein Mitleiden und ein miteinander sich freuen. Das Ende des Schreibprozesses ist immer ein zufriedener Schlusspunkt, auch wenn das Ende der jeweiligen Geschichte nicht immer ein klassisches Happy End ist. Dazu bin ich ein zu großer Realist und auch die Themen meiner Romane vertragen oft keinen platten Schlusspunkt.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich schreibe hauptberuflich. Wie gesagt, ich habe meine Praxis an den Nagel gehängt, und widme mich seit über 4 Jahren nur noch dem Schreiben. Wenn ich an einem Buch dran bin, dann schreibe ich täglich bis zu neun, zehn Stunden, ohne Pause. Dann bin ich im Schreibrausch und hasse es, durch irgendwen gestört zu werden. Meine Freunde wissen das und respektieren das auch. Und mein Mann? Der sagt immer: mir ist wichtiger als alles andere, dass du schreibst, weil du dann glücklich bist. Und nur das zählt, der Rest ist mir wurscht. Das ist doch Glück, oder?

Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Das ist immer die schwierigste Frage für mich. Was soll, was kann ich dazu sagen? Dass ich hoffe, dass ihnen meine Romane Freude beim Lesen bereiten? Dass sie dafür einen Sinn für literarische Erzählweise brauchen? Dass ich mich Themen widme, die ich als politischer und gesellschaftskritischer Mensch wichtig finde? Dass ich zwar zum Nachdenken anregen, aber niemandem irgendwelche Antworten aufdrängen will? Vielleicht auch, dass man nie vergessen sollte, dass hinter jedem Buch ein fühlender Mensch sitzt, mit eigenen Ängsten und Hoffnungen, der wie jeder andere das Recht hat, anständig behandelt zu werden, auch wenn das Buch nicht gefallen haben sollte. Worte sind Waffen und manche sind tödlich. Das sollte man niemals vergessen.

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Christina und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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