Autoreninterview mit: Bernd Mannhardt

Frage 1: Wann hast du angefangen zu schreiben, und was hat dich schlussendlich dazu gebracht dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Mit fünf oder sechs Jahren saß ich meiner Erinnerung nach am Küchentisch meiner Großeltern und brachte ebendort meine erste „Geschichte“  zu Papier. Na ja ... "Geschichte" ... ich konnte ja noch gar nicht richtig schreiben. Aber immerhin erzählte ich eine, kurz zuvor angeschaute, Folge der US-amerikanischen Westernserie "Rauchende Colts" nach – und das in nur einem Satz: „Festuss hatt Scherriff gehollfen“. Diese Anekdote und weiteres ziemlich Komisches zu meiner Schreibwut steht in meinem Erinnerungsbuch "Der Hamlet und die Schokolinse. Vom Kindsein und Schreiben". 
In den Neunzigern letzten Jahrhunderts veröffentlichte ich meinen ersten Krimi beim WDR als Hörspiel. Es folgten weitere Veröffentlichungen im Radio. Bücher kamen später, ab 2012, hinzu: Herausgabe einer Krimi-Anthologie, Sammelband mit eigenen Shortstorys, Kriminalromane, Erzählungen wie aktuell die Insel-Komödie "Franki goes Hiddensee. Insel-Winter-Trip".
Frage 2: Wie fühlst du dich, wenn deine Bücher online gehen und die ersten Lesermeinungen dazu eintreffen?
Ohne Leser und deren -meinungen wäre ja alles nichts. Immer wieder eine aufregende Sache - umso schöner dann, wenn das Buch auch positiv aufgenommen wird. Es ist dann ein schönes Gefühl, mit dem verstanden worden zu sein, was man erzählen wollte.  
Frage 3: Wer oder Was hat dich zu deinen Geschichten inspiriert, oder schreibst du einfach darauf los?

Inspirieren tun mich oftmals eigene Beobachtungen von Menschen oder Situationen, seltener Nachrichten in den Medien. Wenn ich eine vage Vorstellung habe, um was es gehen soll, schreibe ich einen Szenen- oder den Haupthandlungsplan - neudeutsch: Ich plotte die Geschichte an der Haupt- und ersten Nebenlinie durch. Beim Schreiben selbst muss für mich aber noch genügend Luft für "freie" Handlungsentwicklung bleiben. 

Frage 4: Gibt es einen Lieblingsort, an dem du schreibst?

Unmittelbar am nordberliner Naturschutzgebiet Fließtal gelegen habe ich ein kleines Blockbolenhäuschen. Im Sommer ziehe ich mich dorthin gerne zurück, oder aber ich setze auf eine Nord- oder Ostseeinsel wie eben die autofreie Insel Hiddensee über. 
 
Frage 5: Was sagen deine Familie und Freunde dazu das du schreibst und lesen sie deine Bücher?

Mittlerweile, nach einigen Radiosendungen, Büchern, Hörbüchern ist das Veröffentlichen für mein Umfeld nichts  "Besonderes" mehr; es wird dann eher, allgemein gesagt, wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass da wieder etwas herausgekommen ist. Zu Premierenlesungen treten Verwandte und Freunde jedoch stets geschlossen an und freuen sich dann mit mir, wenn eine Buchpremiere gelingt. 
 
Frage 6: Als Autor wachsen einem sicher die Protagonisten, die man entstehen lässt ans Herz, wie geht es dir dabei, wenn du unter ein Buch das Wort ENDE schreibst?

Ungelogen, ich habe noch nie unter einen Prosatext "ENDE" geschrieben. Das hat wohl damit zu tun, dass ein Text für mich erst dann wirklich zu Ende ist, wenn das Lektorat hinter mir, der Buchdruck unmittelbar vor mir liegen. Aber richtig ist so oder so, dass ich die eigenen erfundenen Typen natürlich sehr gerne mag. Ob ich sie dann auch gerne nach dem schreibenden Zapfenstreich "ziehen" lasse, um den Kopf und das Herz für neue Charaktere frei zu bekommen, hängt für mich davon ab, ob eine Figur "auserzählt" ist, also selbst kein Entwicklungspotenzial für eine etwaige weitere Geschichte mit sich bringt. So eine Figur war zum Beispiel der "Kommissar Freisal". Von der grantigen Figur des "Beliner Bullens mit Herz und Schnauze" trennte ich mich nach dem immerhin dritten Roman in Folge, "Giftzwerg", nur schwer. Was Wunder? Ein vierter Roman war schon entworfen, der Verlag beschloss dann aber, keine zeitgenössischen Krimis mehr herauszugeben, weil sie wirtschaftlich nicht gut genug liefen. So kam es, dass die Romane nur noch als E-Books auf dem Markt sind, für die Taschenbücher die Buchpreisbindung aufgehoben wurde und bei mir über die Autorenwebseite als Krimi-Schnäppchen erhältlich sind.

Frage 7: Gehst du neben dem Schreiben auch noch einem anderen Beruf nach, wenn ja welchen? Und wie schaffst du es das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich bin als Kommunikationswirt und Journalist seit vielen Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit im kulturellen Bereich tätig. Diese Arbeit habe ich bewusst auf Teilzeit einrenken können, um genug Zeit fürs Schreiben zu haben. 
 
Frage 8: Gibt es etwas das du deinen Lesern gerne mitteilen und sagen möchtest?

Ja: Danke für Eure Treue und Toleranz, mit den verschiedenen Genres von mir umzugehen. Ob Krimi oder Satire, eins, so höre ich oft, hätten alle Geschichte gemeinsam: eine gute Portion schräger Humor. Vielleicht ist das ja auch der wahre Grund, warum Leserinnen und Leser bei der Stange bleiben? 

Vielen Dank für das interessante und offene Interview Irene und viel Erfolg mit allem, was du noch schreibst.

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